Der Markt wächst: Neue pro bono-Anbieter

Die Vermittlung von Fachkräften in’s Ehrenamt ist derzeit eine der dynamischsten Entwicklungen in der Freiwilligenszene. Unter dem Stichwort „skilled volunteering“ versammeln sich derzeit viele Initiativen, die berufliche Qualifikationen Ehrenamtlicher gezielter für soziales Engagement einsetzen wollen. Mit der Schmid Stiftung und mitMission etablieren sich gerade zwei neue Anbieter.

mitMission vermittelt bundesweit Fachkräfte und Unternehmen an soziale Projekte. Die Themengebiete sind vielfältig und reichen von Kommunikationsberatung über Strategieentwicklung, Design bis hin zu technischer Unterstützung. Wichtig ist, dass es sich um zeitlich begrenzte Projekte handelt – es geht also nicht primär um die Vermittlung unbegrenzter Engagements. Die sozialen Initiativen sollten daher vorab klar definieren, für welche konkrete Aufgabe in welchem Zeitraum Unterstützung gebraucht wird. Bei der der Klärung dieser Frage und der passgenauen Vermittlung unterstützt mitMission.

Einen etwas spezielleren Ansatz verfolgt die Schmid-Stiftung. Angesiedelt beim Institut für systemische Beratung (ISB) – eine profilierte Ausbildungsstätte im Bereich Professions-, Organisations- und Kulturentwicklung – greift die Stiftung auf das breite Netzwerk der beim ISB ausgebildeten Organisationsentwickler und Coaches zurück. Unter dem Label „forum humanum“ bietet die Stiftung das Format der „Dialogpartnerschaft“ an. In diesem Format spenden Organisationsentwicklungsexperten ihr Know-How an Verantwortliche in gemeinwohlorientierten Organisationen mit einer Entwicklungsherausforderung – etwa der Aufbau von nachhaltigen internen Organisationsstrukturen oder die Klärung von internen Kommunikationsproblemen. Bundesweit wurden die ersten 15 Dialogpartnerschaften initiiert, weitere sollen folgen. Mit ihrem Format „Dialogforum“ bietet die Stiftung darüber hinaus eine Plattform, die Vertreter von gemeinnützigen Organisationen zusammenbringt – so etwa am 23./24.05. zum Thema „Vom persönlichen Pioniergeist zu nachhaltigen Strukturen“.

Einen erneuten Hinweis ist übrigens in diesem Kontext sicher das Angebot der Kölner Freiwilligenagentur zur Vorstandvermittlung wert: Hier werden gezielt Menschen auch ohne Vereinserfahrung dafür geworben, eine anspruchsvolle ehrenamtliche Arbeit zu übernehmen. Damit ist das Projekt anzusiedeln im Kontext von Engagement braucht Leadership – einer Initiative der Robert Bosch Stiftung, die sich der Besetzung und Qualifizierung ehrenamtlicher Vereinsvorstände verschrieben hat.

Lesenswert ist im übrigen ein aktueller Blog-Beitrag von Joana Breidenbach. Sie berichtet von ihren Erfahrungen beim 17. Transatlantic Forum der BMW Stiftung im Februar in San Francisco, bei dem es gezielt um das Thema „The Power of Pro Bono“ ging. Unter anderem erwähnt sie dabei die Schwierigkeiten bei der Vermittlung von qualifizierten Ehrenamtlichen und schildert aktuelle Planungen im Online-Bereich.

Wie immer sich der Markt für pro bono-Vermittlung auch entwickeln wird: Wir wünschen den neuen und etablierten Anbietern natürlich viel Erfolg und möglichst viele Synergien!

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